Der Überlieferung nach wurden in der Nacht zu Peter und Paul des Jahres 1316 die bei den Siedpfannen wachenden Sieder durch einen Hahnenschrei aufgeschreckt. Als sie dem Schrei nachgingen, sahen sie einen Gockel aus dem brennenden Dach der Stadtmühle fliegen.
Durch schnelles Zupacken bewahrten die Sieder die Mühle vor der Vernichtung durch das Feuer, worauf ihnen der Müller zum Dank einen 90 Pfund schweren Kuchen schenkte. Dieser Kuchen wurde festlich bekränzt und in einem feierlichen Zug zu den Brunnen der Stadt getragen. Dies ist der Ursprung des Kuchen- und Brunnenfestes, das in seiner heutigen Form auf eine im Jahre 1785 erlassene Ordnung zurückgeht.
Die Zunft der Sieder nimmt diese Kuchenspende zum Anlaß zur alljährlichen Abhaltung des Siedershofes. Dies geschieht jedoch erst nach zuvor eingeholter Genehmigung durch den hochwohllöblichen Magistrat der Stadt. Urkundlich erwähnt ist der "Hof" erstmals um 1570. Das Fest beruht aber wahrscheinlich auf uralten vorchristlichen Kultbräuchen.