Grosser Siedershof und Stadtrat erleben herzliches Balikesir
Vor sieben Jahren in 2004 besuchte der Grosser Siedershof das erste Mal die Stadt Balikesir in der Türkei. Im Jahr 2011 jährt sich nun die Städtepartnerschaft mit Schwäbisch Hall zum fünften Male seit 2006. Grund genug für die Sieder zusammen mit einer Abordnung des Haller Stadtrats und Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim, die Partnerstadt zu besuchen. Die erlebnis- und abwechslungsreiche Reise führte allerdings nicht direkt nach Balikesir. Am 3. September startete die Tour mit dem Abflug aus Stuttgart nach Izmir mit einer Zwischenlandung in Istanbul und dann weiter mit Bussen nach Kusadasi.
Die Reise führte die Gruppe am nächsten Tag nach Ephesos welches im Altertum eine der ältesten, größten und bedeutendsten griechischen Städte Kleinasiens war. Sie beherbergt mit dem Tempel der Artemis, eines der Sieben Weltwunder. In der Antike lag die Stadt direkt am Meer; durch Sedimentation sowie klimatische und seismische Veränderungen verschob sich die Küstenlinie im Laufe der Zeit nach Westen, so dass sich die Reste der Stadt heute mehrere Kilometer landeinwärts befinden.
Der nächste Tag begann für die Sieder in ihrer Tracht und führte sie zunächst nach Selcuk zum Haus der Mutter Maria dem angeblich letzten Wohnhaus und Sterbehaus Marias, der Mutter Jesu. Dort erlebten die Sieder einen Fotomarathon mit einer internationalen Kreuzfahrt-Besuchergruppe als gern fotografiertes Motiv. Weiter ging die Fahrt nach Izmir, empfangen durch Vertreter des dortigen Goetheinstituts und einem ersten viel beachteten Auftritt in der Fussgängerzone von Izmir.
Von dort ging die Fahrt nun endlich Richtung Balikesir. Dort wurde die Reisegruppe mit einem Festmahl und Musik durch den Bürgermeister Isamail Ok überrascht. An dieser Stelle sind die Reiseorganisatoren Aydin Celik und Dr. Karin Eißele-Kraft zu erwähnen welche gemeinsam die aufwändige Reise organisiert und zusammen mit Selami Keklik und Tobias Rieger durchgeführt haben. Gefeiert wurde bis in die späte Nacht...
Am nächsten Tag war Stadtfeiertag in Balikesir; der 6. September 1922 ist der Tag der Befreiung von Balikesir durch Mustafa Kemal Atatürk. An dem grossen Umzug durfte der Grosse Siedershof teilnehmen und sorgte wieder für grosse Aufmerksamkeit. Der Empfang war mehr als herzlich und freundlich. Was nach dem Umzug geschah war unbeschreiblich – die Zuschauer kamen in grossen Scharen um sich mit dem Siedershof und den Trachten fotografieren zu lassen. Sprachprobleme gab es unter Zuhilfenahme von Händen und Füssen nahezu keine. So etwas hatten die Mitglieder des Siedershofes noch nicht erlebt – das kann man ohne Einschränkung behaupten. Danach gab es noch einen kleinen Empfang im Rathaus mit türkischen Leckereien, die nie fehlen durften. Am Abend, wie sollte es auch anders sein, gab es schon ein kleines Abschiedsabendessen in einem abgelegenen Fischrestaurant; leider, da die Reise am nächsten Tag schon weitergehen sollte.
Am Morgen ging es weiter mit den beiden Bussen nach Istanbul, unterbrochen durch die Fahrt mit der Fähre über das Marmara-Meer. Istanbul mit seiner riesigen Ausdehnung und den geschätzten über 13 Millionen Einwohnern auf einer Fläche von über 1.800 Quadratkilometern faszinierte. Dort angekommen gab es kaum ein Verschnaufpause – kurzes Mittagessen und dann die Besichtungen des Topkapi-Palastes welcher jahrhundertelang der Wohn- und Regierungssitz der Sultane sowie das Verwaltungszentrum des Osmanischen Reiches war. Danach die Besichtigung der Sultan-Ahmed-Moschee heute Istanbuls Hauptmoschee und ein Hauptwerk der osmanischen Architektur. In Europa kennt man sie als Blaue Moschee wegen ihres Reichtums an blau-weißen Fliesen, die die Kuppel und den oberen Teil der Mauern zieren. Die Moschee ist eines der wenigen islamischen Gotteshäuser der Welt mit sechs Minaretten. Optional war noch die Hagia Sophia zu besichtigen – die Hagia Sophia oder Sophienkirche ist eine ehemalige byzantinische Kirche, spätere Moschee und heute ein Museum. Im Anschluss bezog die Gruppe zügig die Hotelzimmer um sofort auf einem Schiff den Bosporus bei Nacht zu befahren. Was neben vielen anderen Erlebnissen ausserordentlich beindruckend war – zwischen den Kontinenten in einer Stadt die wohl niemals schläft. Ein Feuerwerk und orientalische Tänze sollten diese Schifffahrt noch abrunden.
Der nächste Tag sollte nicht weniger ereignisreich werden – die Gruppe besuchte den Bedeckten Basar und den orientalischen Basar was unbedingt zu einem Besuch Instanbuls gehört. Manche Sieder besuchten den Basar bereits in Tracht und machten ihre positiven Bekanntschaften mit Händlern und völlig Fremden, die sich interessiert und gastfreundlich zeigten. Die Busse fuhren dann mit der Gruppe zu einem der 39 Stadtteile Istanbuls, nach Pendik, der Heimat unseres lieben Begleiters Selami Keklik. Dieser Stadtteil, auf der asiatischen Seite Istanbuls gelegen, hat beeindruckende 585.000 Einwohner. Dort gab es einen Siedersauftritt der vielbeachtet war. Danach empfing uns der Bürgermeister von Pendik, Salih Kenan Sahin, mit einem fürstlichen Essen. Im Anschluss ging es zurück ins Hotel mit dem obligatorischen Stau auf der Bosporus-Brücke von Asien nach Europa.
Der nächste Tag führte die Gruppe, leider wieder, zurück nach Schwäbisch Hall.
Auf diesem Wege sei den Reisebegleitern, Organisatoren und den Sponsoren der Reise ein grosses Danke gesagt. Zurückblickend darf man, sicher im Namen der Reisegruppe, sagen, dass die Reise ausserordentlich ereignisreich und interessant war. Aber besonders hervorzuheben ist die Gastfreundlichkeit der Türkei und den Einwohnern, die der ganzen Gruppe Tag und Nacht zugetan wurde. Vielleicht macht ja dieser Bericht dem einen oder anderen Leser Lust an der von 1.10. - 9.10.2011 stattfindenden städtischen Bürgerreise nach Balikesir teilzunehmen, was wirklich jedem wärmstens empfohle sein sollte.
Thomas Heizmann, Grosser Siedershof
Gruppenbild: Grosser Siedershof, OB Hermann-Josef Pelgrim und die Delegation des Stadtrats